Cover and Design Thinking [14/11/18]

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Ein Einblick in unsere Inspirationen

Der wichtigste Bestandteil eines gedruckten Produktes ist der erste Eindruck, das, was das Auge zuerst siehst – das Cover.
Mittlerweile bestätigt die Mehrheit, dass das Cover eines Buches oder eines Magazins einen großen Anteil an der Kaufentscheidung ausmacht.
Selbst wenn unser Streifband durch Anzeigen finanziert und auf diese Weise für euch kostenfrei ist, muss die erste Umschlagseite überzeugen, damit ihr unsere Ausgabe lest!Weiterlesen »

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Veränderungen [26/10/18]

Nachdem wir erfolgreich die 32. Ausgabe zum Thema „Bullet Journal und Handlettering“ veröffentlicht und die Print-Ausgaben verschickt haben, wartet nun die spannende Aufgabe auf uns, die 3. Semester, welche das Projekt Streifband ab März 2019 übernehmen, in unsere Aufgaben einzuführen und anzuleiten.
Nach zwei Meetings, in welchen sich die Neulinge in ihre Arbeitsgruppen eingeteilt und wir zusammen ein neues Thema für die nächste Ausgabe der Leipziger Buchmesse gefunden haben, arbeiten wir nun an der Findung zu den Artikel.

Die Nachfolger des Blogs, welche sich noch persönlich vorstellen werden, entwickelten zudem eine Idee „Tagebuch“, welche euch an den Entwicklungen der neuen Ausgabe teilhaben lassen. Von Zeit zu Zeit werden wir euch als Team darüber berichten, wie die 33. Ausgabe voranschreitet und woran wir arbeiten.

Eine weitere erfreuliche Nachricht, welche uns als Team sehr erfreut hat, ist unser Meilenstein von über 100 Abonnenten auf Instagram [https://www.instagram.com/streifband/]
Wir halten euch auf dem Laufenden!

Der Erfinder der Bullet Journal Methode

Wir haben für Euch tolle Nachrichten! Der Erfinder der Bullet Journal Methode Ryder Caroll (https://www.instagram.com/p/BkuQeMugs_T/?taken-by=streifband) hat uns einige Fragen zu seiner Erfindung beantwortet und ihr habt die Möglichkeit schon eine Frage vorab zu lesen!

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Ryder Caroll

How does your (new) method affect your life?
On the one hand it helps me organize what I have to do, but, more importantly, it keeps me aware of why I’m doing it. We spend a lot of our lives on autopilot, and Bullet Journal puts you back in the pilot seat.

Handlettering & Bullet Journal

Die neue Ausgabe, welche pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erscheint, beschäftigt sich mit dem Thema Bullet Journal und Handlettering. In den nächsten Wochen findet Ihr hier immer wieder kleine Teaser.

Wir hoffen, dass Ihr euch genauso auf die neue Ausgabe freut wie wir!

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Hier ein kleiner Einblick zu unserem gestrigen Bullet Journal Meet Up in Leipzig.

PhotoDirector vs. Snapseed

Lesedauer: ca. 5 Minuten

Nach langer Pause unserer Rubrik »Bildbearbeitung für unterwegs«, haben wir nun gleich zwei bekannte Apps getestet und verglichen. Beide Apps sind kostenfrei für, Android und iOS-Geräte über den jeweiligen Store erhältlich. Getestet wurden die Apps mit einem Samsung Galaxy S6 (SM-G920F).

 
CyberLink (vielen bekannt durch die Wiedergabe-Software »PowerDVD«) ist der Entwickler der App »PhotoDirector«, welche hier als erstes begutachtet werden soll. Die Marke CyberLink wurde 1996 gegründet. Ursprünglich als studentisches Projekt der National Taiwan University unter der Leitung von Prof. Jau Huang, welcher noch heute CEO von CyberLink ist.Weiterlesen »

ECPMF veranstaltet Wettbewerb für junge Schriftsteller

„Should we be free to hate?“ – ECPMF’s Wettbewerb für junge Autoren ‚1000 words for freedom‘

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Bild: European Centre for Press and Media Freedom Quelle: https://ecpmf.eu/news/awards/1000-words-ii-should-we-be-free-to-hate

Eingesandt werden können Essays, Artikel, Blog Posts, Gedichte oder Schauspiele zum Thema „Should we be free to hate?“ in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch oder Russisch. Der Umfang soll sich auf 1000 Wörter belaufen. Teilnehmen kann man bis zu einem Alter von 27 Jahren. Der Einsendeschluss ist am 31. Dezember 2017.

Mehr Informationen zu dem Wettbewerb findet Ihr hier.

Was kommt jetzt?

Es ist soweit. Die neue Ausgabe des Streifband ist erschienen. Schon während der Frankfurter Buchmesse konnten die druckfrischen Exemplare begutachtet werden und nun auch von jedem, der nicht vor Ort war.

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In diesem Herbst widmen wir uns den aktuellen Trends der Branche. Hinter dem Titel „Was kommt jetzt?“ verbergen sich die aktuellen Trends, Tendenzen und Neuheiten der Branche. Thorsten Simon von Books on Demand erzählt, warum die Zukunft des Buches digital ist. Außerdem berichten euch einige ehemalige Studenten, wie es nach dem Bachelor für sie weiterging. Isabel García (Sessel Books) schaut auf die Hörbücher der Zukunft . Im Interview mit Bloggerin Sara Merzo erfahren wir mehr über das Leben mit Büchern. Julian Sorge stellt euch die Software Booktype vor und erklärt wie diese Software die Zukunft verändern wird. Und zu guter Letzt, erzählt euch Sebastian Guggolz, was es heißt, in einer digitalisierten Welt, einen Print-Only-Verlag zu gründen.

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Ein Wenig Leben

Lesedauer: ca. 3 Minuten

In der nächsten Woche wird die neue Printausgabe des Streifband erscheinen. Um die Wartezeit bis dahin etwas zu versüßen, gibt es neues aus der Rubrik Pick-A-Book. Diesmal stellt euch Max den Roman »Ein wenig Leben« von Hanya Yanagihara vor. Max ist selbst ein begeisterter Schreiberling – sein aktuelles Buch: »Das Leben in Technicolor« – und an der HTWK Leipzig zur Zeit für den Facebook-Auftritt des Studiengangs Buch- und Medienproduktion zuständig.

 

Viel zu oft kann man auf dem Rücken von Büchern lesen: »Must read!« – »Die Sensation des Jahres!« oder weitere Iterationen desselben Satzes. Zumeist handelt es sich dabei lediglich um leere Worthülsen, die abgedruckt werden, um dem aktuellen Projekt einen Aufwind zu verleihen, bevor es sich auf dem toughen Buchmarkt bewähren muss. Wen finden wir also auf der Rückseite dieses Romans aus dem Jahr 2016? FAZ, die Süddeutsche, ZDF Aspekte, den Stern, die Zeit und noch weitere mehr. Eine beeindruckende Sammlung, die die deutsche Leserschaft sichtlich beeindruckte. Sie schrieben Sachen wie: Ein Kunststück, Meisterhaft, oder auch Erweitert den Raum dessen, was Liebe sein kann.

Warum schreibe ich davon, was andere über den Roman schrieben? Vielleicht weil dies einer der seltenen Fälle ist, in denen die Lobeshymnen aufgrund ihrer professionellen Distanz noch zu wenig des Guten sind.

»Ein wenig Leben« begleitet die Geschichte von vier Freunden aus Collegezeiten. Jeder der vier trägt sein eigenes Paket mit sich herum. Ängste und Sorgen, Hoffnungen für die Zukunft und natürlich auch die Geheimnisse der Vergangenheit, als sie sich alle noch nicht kannten und noch keine Freunde fürs Leben waren. Auf beinahe tausend Seiten wird das Porträt einer Freundschaft gezeichnet, wie ich es bisher noch nicht lesen durfte. Man taucht ein und so schnell nicht wieder daraus hervor. Raum und Zeit sind nur Nebensächlichkeiten, mit denen sich die Autorin nicht beschäftigt – für sie zählen nur ihre vier Charaktere, ihre Ecken und Kanten und was das Leben aus ihnen macht. Ein Beispiel? Im Laufe des Romans vergehen ungefähr 30 Jahre. So lange begleitet man die Figuren auf ihren verschiedenen Wegen. Startete die Geschichte im Jahr 1980? Im Jahr 2016? Darauf gibt es im ganzen Buch keinen einzigen Hinweis, denn es spielt keine Rolle. Was für Yanagihara zählte, sind nur die Charaktere, die ihr New York bewohnen.

Auch wenn es anfangs schwer fällt, sich in dem Wust aus Freunden und Freundesfreunden zurecht zu finden, kann man schon bald nicht mehr loslassen. Man versinkt regelrecht in ihrer Welt, lebt scheinbar kurz selbst in diesem verschneiten New York und behaust die unzumutbare Bruchbude, die Jude und Willem – Die ›geheimen‹ Hauptpersonen der Geschichte – zusammen bewohnen. Anfangs ertappt man sich häufig bei der Frage, warum die Charaktere so handeln, wie sie handeln, doch sobald man einen Blick in ihre Vergangenheit werfen durfte, erklärte sich alles wie von selbst. Es fühlt sich bald nicht mehr an wie ein Roman, sondern wie ein echtes Leben von vier Freunden, das jemand niedergeschrieben hat. Es ist schön – in seinem ursprünglichsten Wortsinn – es ist witzig und es ist traurig – so weit, dass es beim Lesen wehtun kann. Die Faszination die dieses Werk ausmacht, ist schwer in Worte zu fassen. Man muss es gelesen haben, um mitreden zu können. Und wenn man es tut, dann hört es sich an, als würde man von alten Freunden erzählen.

Über den Inhalt hinaus ist das Hardcover gut gelungen. Ein hochwertiger Schutzumschlag mit faszinierendem Cover (das in jedem Buchladen sofort auffällt), eine schlichte Rückenprägung und schönes Vorsatzpapier. Oben drauf kann man das Buch gratis auf seinem Handy weiterlesen, wenn man es einmal nicht mitnehmen möchte.

    

Es ist jetzt ein halbes Jahr her, dass ich Hanya Yanaghiaras »Ein wenig Leben« las und von Zeit zu Zeit denke ich immer noch an die Personen, die diesen Roman bevölkern. Wenn mich jetzt jemand fragt, ob ich ihm ein Buch empfehlen kann, dann muss ich nicht nachdenken.

Hanya Yanagihara, »Ein wenig Leben«, erschienen bei Hanser Berlin im Jahr 2016.

 

Was haltet ihr von dem Buch und dem vergangenen Hype darum?

Frisches Typo-Magazin

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Der Schrägstrich feiert ein kleines Jubiläum! Trotz des holprigen Starts und vielen unerwarteten Hindernissen hat das Team es im vergangenen Jahr geschafft, die 5. Ausgabe von »Schrägstrich« zu erstellen. Das Besondere an dieser Ausgabe ist die große Galerie, in der gezeigt wird, wie eine Schriftart entsteht.

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So wie sich das Magazin über die letzten fünf Jahre weiterentwickelt hat, haben sich auch Typografie, Schrift und Gestaltung über tausende von Jahren hinweg stark verändert – zum Glück, denn ohne diesen Wandel würden wir noch heute mühsam Buchstabe für Buchstabe in Steintafeln meißeln. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf schuf das Team Schrägstrich 5.0 unter das Leitthema »Umbruch – Typografie zwischen Analog und Digital« und nahmen uns zum Ziel, alte und neue Typografie sowie analoge und digitale Arbeitsweisen gegenüberzustellen.

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Die Autoren widmeten sich der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft von Schrift und Typografie. Ulrich Johannes Schneider beschäftigte sich mit den runden Klammern in frühen Drucken, während Belles Lettres in einem Video erklärt, wie Schrift überhaupt entstanden ist. Martin Z. Schröder, Rudolf Paulus Gorbach und die TypeMates erzählen uns, wie sich ihr Berufsbild durch die Digitalisierung verändert hat und vergleichen dabei früher mit heute. Außerdem stellt uns Gerd Fleischmann das Magazin »Emigre« vor, das mit der Digitalisierung entstanden ist.

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Für die Zukunft müssen wir schon heute an spätere Generationen denken: Anja Grubitzsch zeigt uns Methoden, um Papiererzeugnisse vor dem Verfall zu schützen, während Heidrun Lutz nachhaltig arbeitet. Anja Stöffler hingegen zeigt uns, dass Schrift und Typografie nicht immer »stillstehen« müssen.

»Schrägstrich – das Typografiemagazin« ist eine Arbeit von Studierenden des Studiengangs Buch- und Medienproduktion im Modul Projektmanagement an der HTWK Leipzig. In diesem Modul war die Aufgabe, dass Projekt von der Initiierung über die Planung bis zur Durchführung zu Organisieren. Neben Recherchen und dem Projektmanagement mit all seinen Analysen und Vorgehensweisen, war auch die technische Umsetzung als iBook und die damit verbundene Gestaltung ein großer Teil der Projektarbeit.

Das Magazin ist unter diesem Link kostenlos für den Download verfügbar: https://itunes.apple.com/us/book/id1273879904

Das iBook funktioniert auf iPads mit iBooks ab Version 2 und iOS 5 (oder höher) sowie auf dem iPhone ab iOS 8.4 und dem Mac ab OS X 10.9.

Folgt uns doch, um immer auf dem Laufenden zu bleiben! Facebook: www.facebook.com/SchraegstrichMagazin

Twitter: https://twitter.com/typomagazin

Das unsichtbare Ökosystem

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Unser Zweiteiler Aus Baum mach Buch“ hat erläutert wie Papier aus dem Holz von Bäumen hergestellt wird. Aber was benötigt so ein Baum um für die Papierherstellung interessant zu sein? Natürlich! Boden. Der folgende Beitrag soll also zeigen wie sich ein fruchtbarer Boden zusammensetzt, damit gesunde Bäume für hochwertiges Papier wachsen können.

 

Das unsichtbare Ökosystem – von Knut Ehlers

Wie fruchtbar Böden sind, wird von vielen Faktoren bestimmt: vom Alter, vom Ausgangsgestein, vom Humusgehalt, von den Klimaverhältnissen und den Menschen.

Mindestens Jahrhunderte, eher Jahrtausende und Jahrmillionen vergehen, bis das entstanden ist, was wir Boden nennen. So viel Zeit wird gebraucht, damit Gestein an der Erdoberfläche verwittert und eine mehrere Meter mächtige Schicht bildet. Sie besteht etwa zur Hälfte aus mineralischen Partikeln wie Sand und Ton, zu jeweils grob 20 Prozent aus Luft und Wasser und zu etwa 5 bis 10 Prozent aus Pflanzenwurzeln, Lebewesen und Humus, der den Lebensraum und die Nahrungsquelle für weitere Organismen darstellt.

Der Humus verleiht dem Boden nahe der Oberfläche eine dunkle, braunschwarze Farbe. Dieser Oberboden wimmelt von Leben: Neben Regenwürmern, Asseln, Spinnen, Milben und Springschwänzen leben in einer Hand voll Boden mehr Mikroorganismen (etwa Bakterien, Pilze oder Amöben) als Menschen auf der Erde. Diese Lebewesen zersetzen abgestorbene Pflanzenteile, bauen sie in Humus um und verteilen diese fruchtbare Substanz im Boden. Humus speichert Nährstoffe und Wasser und sorgt dafür, dass der Boden eine stabile Struktur mit vielen Poren erhält. Zudem enthält er viel Kohlenstoff, der ursprünglich von Pflanzen im Form des Klimagases CO2 aus der Luft aufgenommen wurde. Der Boden ist einer der bedeutendsten Kohlenstoffspeicher überhaupt: Er bindet mit etwa 1.500 Milliarden Tonnen allein im Humus fast dreimal mehr Kohlenstoff als die gesamte lebende Biomasse, also alle Lebewesen inklusive Bäumen, Sträuchern und Gräsern.

Beim Boden ist es wie beim Käse: Das beinahe Wichtigste sind die Löcher. Die Poren des Bodens, also die Hohlräume zwischen den festen Bestandteilen wie Mineralien und Humuspartikeln, sorgen dafür, dass der Boden durchlüftet und so die Pflanzenwurzeln und Bodenlebewesen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Wasser wird durch Adhäsions- und Kapillarkräfte gegen die Schwerkraft gehalten – ein Boden kann bis zu 200 Liter pro Kubikmeter speichern und Pflanzen auch dann noch mit Flüssigkeit versorgen, wenn es länger nicht mehr geregnet hat. Das Porenvolumen eines Bodens ist abhängig von der Größe der mineralischen Bodenpartikel, dem Humusgehalt und der Durchwurzelung sowie der Aktivität der Bodenlebewesen.

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Der Lebensraum Boden birgt noch viele Geheimnisse. Nur ein Bruchteil der vielen Arten, die in ihm leben, ist bisher erforscht. Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung u.a.. Dieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

 

Der Lebensraum Boden birgt noch viele Geheimnisse. Nur ein Bruchteil der vielen Arten, die in ihm leben, ist bisher erforscht.

Insbesondere Regenwürmer haben hier eine wichtige Funktion, denn ihre Gänge sind wichtige Wasserleitbahnen, die bei starken Niederschlägen die Aufgabe haben, das Wasser von der Oberfläche in den Unterboden zu transportieren. Dieser enthält weniger Humus und Lebewesen als der Oberboden und ist heller, durch unterschiedliche Eisenverbindungen häufig gelblich-ockerfarben oder auch rötlich. Ein tiefgründiger, gut durchwurzelbarer Unterboden spielt für die Bodenfruchtbarkeit eine große Rolle. Die Pflanze kann sich über ihre Wurzeln auch dann noch mit Wasser versorgen, wenn der Oberboden bereits trocken ist.

Die geografische Lage ist häufig entscheidend dafür, über welchen Zeitraum die Böden entstanden sind. In Mit­teleuropa kamen zum Beispiel in den Eiszeiten immer wie­der Gletschermassen dazwischen. Sie machten ­Tabu­la rasa, indem sie neue Sedimente ablagerten und bereits ent­­standene Böden umwühlten. Die ty­pischen braunen Böden in Mitteleuropa sind daher mit etwa 10.000 Jahren im internationalen Vergleich recht jung und wenig verwittert. Häufig enthalten sie noch viele Minerale, aus denen sich Pflanzennährstoffe wie Kalium und Phosphor langsam herauslösen. Die typischen roten Böden der Tropen hatten dagegen Millionen Jahre Zeit für die Verwitterung, mit der die Mineralien aufgelöst, umgebildet und teilweise ausgewaschen wurden. Der freigesetzte Phosphor wurde dabei von ebenfalls frei gewordenen Eisen- und Alumini­umoxiden fest gebunden, sodass die Pflanzenwurzeln ihn nun kaum mehr aufnehmen können. Diese Böden sind daher nährstoffarm. Die Nährstoffe für die reiche Vegetation sind statt im Boden in den lebenden Pflanzen gespeichert, denn abgestorbene Pflanzenteile werden sehr schnell zersetzt und die freigewordenen Nährstoffe sofort wieder aufgenommen.

Welche Eigenschaften sie herausbilden, ist maßgeblich abhängig von dem Ausgangsgestein. Ist es quarzreich, ent­stehen leichte, eher grobkörnige und sandige Böden, die gut durchlüftet sind, aber nur wenig Wasser und Nährstoffe speichern können. Ist das Ausgangsgestein dagegen reich an Feldspat, entsteht aus den immer feiner werdenden Par­­tikeln ein schwerer, tonreicher Boden, der viel Nährstoffe und Wasser speichert, aber schlechter durchlüftet ist. Auch ist das Wasser hier so stark im Boden gebunden, dass die Pflanzenwurzeln es nur zum Teil nutzen können. Optimal für die Landwirtschaft sind daher weder die sandigen leich­ten noch die tonreichen schweren Böden, sondern solche, die lehmig und reich an Schluff sind. Schluffpartikel sind kleiner als Sand und größer als Ton. Sie verbinden die Vor­teile von beiden: gute Durchlüftung und gutes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen.

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Forscher sortieren die Böden nach Eigenschaften, etwa dem Grad der Verwitterung oder der Bedeutung des Wassers. Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung u.a.. Dieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

 

Forscher sortieren die Böden nach Eigenschaften, etwa dem Grad der Verwitterung oder der Bedeutung des Wassers.

Besonders fruchtbare Böden sind interessante Ackerflächen; eingeschränkt fruchtbare Böden eignen sich noch für die Wiesen- und Weidennutzung oder als Waldfläche. Auch weniger fruchtbare Böden können wertvoll sein, etwa als Lebensräume seltener Arten. Moorböden wiederum sind für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung zu feucht, speichern aber besonders viel Kohlenstoff.

Wenn der Boden falsch und zu intensiv genutzt wird, verliert er seine Funktionsfähigkeit und degradiert. Schät­zungsweise 20 bis 25 Prozent aller Böden weltweit sind be­reits davon betroffen, und jedes Jahr verschlechtern sich weitere 5 bis 10 Millionen Hektar. Das entspricht in der Grö­ßenordnung der Fläche Österreichs (8,4 Millionen Hektar). Dabei gibt es durchaus Böden, etwa im Auenbereich von Eu­phrat und Tigris oder im Hochland von Neuguinea, die seit 7.000 Jahren unter ganz unterschiedlichen Bedingungen ge­nutzt werden – und nach wie vor fruchtbar sind.

 

Dieser Artikcover_bodenatlasel ist bereits im „Bodenatlas“ erschienen, welcher bei der Heinrich-Böll-Stiftung kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden kann. (Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)