Unsere Gewinner*innen stehen fest!

In unserer letzten Streifband-Ausgabe, in dem es um das Thema Kinderbücher geht, haben wir ein Gewinnspiel veranstaltet. Wir haben nach Euren Lieblingsbüchern Eurer Kindheit gefragt und haben tolle Einsendungen erhalten, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen!

Sebastian H.: Mich im Rückblick für mein liebstes Kinderbuch zu entscheiden fiel mir sehr schwer – zu groß ist die Auswahl an großen Geschichten und Büchern, die mich teils von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter begleiteten. Es sticht jedoch ein Buch besonders aus der Vielfalt hervor: Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling, erschienen 1894. Damals besaß ich eine kindgerechte, mit vielen bunten Illustrationen versehen Ausgabe des Werkes und ich lauschte Abend für Abend den Worten meiner Mutter, als sie mir die Geschichten vom Findelkind Mogli und dessen Freunden Balu und Akela aus dem indischen Dschungel vorlas. Ich flüchtete mich gerne in diese fremde Welt, die ich mir in den buntesten Farben, wild und unzähmbar ausmalte. Nach und nach konnte ich die Geschichten auswendig und erzählte sie gemeinsam mit meiner Mutter nach, ganz ohne dabei ins Buch zu blicken. Es ist eine schöne Erinnerung, an welche ich gerne mit Dankbarkeit für eine schöne und behütete Kindheit denke.

Sophia S.: „Sophia, du fährst wie Bonzo Schmidtchen!“, rief meine Mutter, wenn wir mit dem Fahrrad über das holprige Kopfsteinpflaster unserer Straße fuhren und ich in Schlängellinien zwischen den parkenden Autos hin und her radelte. Ich wusste natürlich, was damit gemeint war. Meine Mutter wollte mir damit sagen, dass ich nicht gut Fahrrad fahren konnte, was meiner Meinung nach eine absolute Fehleinschätzung war. Schließlich wollte ich gerade mit den tollen Schlenkerkurven zeigen, wie gut ich mein kleines Pumuckelfahrrad unter Kontrolle hatte.
Viele Jahre später sitze ich mit meinem Freund im Auto und als er über eine rotorangene Ampel fährt sage ich zu ihm: „Du fährst echt wie Bonzo Schmidtchen!“
„Wie wer?“
„Wie Bonzo Schmidtchen. Kennst du den nicht? Von Janosch?“
Er kennt ihn nicht, aber ich muss ihm verzeihen, denn er ist nicht hier aufgewachsen und kann nichts dafür. Beim nächsten Besuch bei meinen Eltern packe ich alle meine alten Janosch-Kinderbücher in den Rucksack und bringe sie nach Hause mit. Ich habe einen Bildungsauftrag. Vor ein paar Tagen reden mein Freund und ich über die Zimmeraufteilung in unserer Wohnung. „Ich würde gerne ein Zimmer haben, in dem ich Sport machen kann“, sagt er.
„Ja, aber ich brauche ein Zimmer, in dem ich arbeiten kann“, sage ich.
„Und wo soll das Schlagzeug stehen?“, fragt er, „und warum lachst du?“
„Warte ich muss dir was zeigen“, sage ich und gehe zum Bücherregal im Arbeitszimmer.
„Schau mal, da geht’s um uns“, sage ich als ich zurück komme und gebe ihm ein Buch.
Schnuddel baut ein Wolkenhaus“, liest er auf dem Umschlag.
„Da geht es um Schnuddel Buddel und der baut ein Wolkenhaus und will immer mehr Zimmer, ein Zimmer für den Kanari und ein Klavierzimmer und am Ende kippt das Haus um!“, sage ich. „Das ist von Janosch, kennst du doch!“
„Ja kenne ich“, sagt mein Freund. „Der mit Bonzo Schmidtchen, der kein Fahrrad fahren kann, stimmt’s?“
„Stimmt, genau der!“, sage ich zufrieden. Bildungsauftrag erfüllt. Mittlerweile kennt mein Freund viele meiner liebsten Kinder- und Jugendbücher: Mäuseken Wackelohr, Oh wie schön ist Panama, Weißt du eigentlich wie lieb ich dich hab?, Molly Moon, Käpt’n Blaubär, Rumo… Und jedesmal fühlt es sich an wie das Teilen eines großartigen Schatzes, wie ein Stück meiner Identität, meiner Traumwelt als Kind, meiner Art von Humor, meinem Verständnis für das funktionieren der Welt… All diese Gefühle, Gedanken und Erinnerungen, versteckt zwischen zwei Buchdeckeln aus Pappe.
Wie sonderbar kann ein Schatz sein?

Kathrin T.: Zu den wichtigesten Kinderbüchern meiner Kindheit zählen u. a. Julchen von Ingeborg Feustel. Julchen ist ein lila Schwein und erlebt allerhand Abenteuer. Weiter Wer schnurrt denn da von Tina Caspari. In diesem Buch geht es um Janni, der eine Katze zuläuft und sie diese in ihrem Zimmer (sie hat im Keller ein großes Zimmer mit eigenem Bad) vor ihrer Familie versucht versteckt zu behalten – was nach einigen komischen, aber auch ernsten Vorfällen nicht gelingt – Piri bleibt und beschert der Familie weitere einprägsame Momente.
Das wohl wichtigste Buch aber ist Das kleine Shaw-Buch von Elizabeth Shaw. Mit den Geschichten vom Angsthasen, den drei kleinen Schweinchen Zilli, Billi und Willi, den Bären und anderen hat mir mein älterer Bruder das Lesen beigebracht im Jahr vor meiner Einschulung.
Ganz weit oben standen auch die Strubbels, der kleine Maulwurf und Märchen. Alle diese Bücher aus meiner Kindheit habe ich noch immer und die gebe ich auch nicht weg.

Andreas S.: Als erstes fiel mir bei der Frage nach meinem Lieblingskinderbuch Birke, Reh und Schwalbenschwanz von Juri Dmitrijew aus Russland ein. Ein grünes Buch mit einem Reh auf dem Titel. Das ist ein Sachbuch mit Steckbriefen über Tiere und Pflanzen und naturalistischen Illustrationen. Ich habe es in der DDR wohl in der 3. oder 4. Klasse bekommen, als eines meiner allerersten Tierbücher. In unserem Garten hinter dem Haus habe ich dann die Tiere beobachtet, vornehmlich Vögel wie das Rotkehlchen. Das Buch steht heute immer noch im Bücherschrank im Garten- und Tier-Fach. Eine Reh-Illustration wollte ich damals mithilfe von Blaupapier kopieren, hatte aber leider das Blaupapier verkehrt herum reingelegt, sodass das Bild nicht auf dem weißen Blatt, sondern auf der Rückseite des Bildes direkt im Buch erschien.
Ebenfalls klasse ist Die großen Abenteuer des kleinen Ferdinand von Ondřej Sekora aus Tschechien. Begeistert haben mich die vielen einzelnen spannenden Geschichten rund um die Ameise Ferdinand, die lauter Abenteuer erlebt, andere Tiere besucht, Märchen erzählt. Die Ameise kann einfach alles, sogar sprechen. Die schönen, bunten, farbigen und kindgerechten Illustrationen sind immer noch ein Hingucker. Auch das habe ich noch im Schrank.
Lustige Geschichten von Wladimir Sutejew aus Russland habe ich verschlungen; ein bisschen sieht man das auch am mittlerweile lädierten Buchumschlag. Die lustigen Tiergeschichten sind kindgerecht erzählt. Das Küken und das junge Entlein ziehen beide am selben Regenwurm; in Das Mäuschen und der Bleistift will das Mäuschen einen Bleistift zernagen. Der Bleistift bittet es um eine letzte Zeichnung und zeichnet eine Maus, woraufhin das Mäuschen sofort abhaut und nicht mehr aus ihrem Loch herauskommt. Außerdem konnte man auf einer Seite einen Gockelhahn selbst ausmalen, was ich auch sehr schön gemacht habe!

Melanie S.: Mein liebstes Buch aus Kindertagen ist Reime, Gedichte, Geschichten für den Kindergarten, erschienen 1980 im Volk und Wissen Volkseigenen Verlag Berlin. Es ist gebunden, kostete damals 6 DDR Mark. Es enthält viele tolle Gedichte und Geschichten, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Zudem wurde es thematisch passend illustriert mit schwarz-weißen Osterhasen, Tannenbäumen und spielenden Kindern. Ich weiß gar nicht mehr, wie und wann ich zu dem Buch eigentlich gekommen bin. Meine Mutter muss es mir wohl gegeben haben, und daraus vorgelesen haben, ihr Name steht auch vorn drin. Es war einfach schon immer da. Es gibt verschiedene Kapitel wie Verse über Tiere, Geschichten, Verse zum Tageslauf. Besonders häufig habe ich aber immer im Kapitel Verse zum Jahreslauf geschmökert. Welch eine Freude, meine liebsten Gedichte dort immer wieder nachzulesen: Die drei Spatzen von Morgenstern, Der Bratapfel von Fritz und Emilie Kögel und viele schöne Gedichte zu allen Jahreszeiten und Festen. Vielleicht rührt von den vielen schönen gereimten Versen meine heutige Liebe zur Lyrik und zu Büchern und Sprache allgemein. Auch habe ich ganz oft Gedichte aus dem Buch rausgeschrieben und auf Weihnachts- oder Geburtstagskarten geschrieben. Dass das ein Buch aus der DDR ist, war mir eigentlich früher nie bewusst. Klar gibt es ein paar Friedens- und 1. Mai-Gedichte und russische Märchen, aber das macht es heutzutage auch zu einem Zeugen seiner Zeit. Noch heute nehme ich es oft zur Hand, es ist mir lieb und teuer. Im Falle eines Feuers im Haus wäre das auch das Buch, was ich noch schnell mitnehmen würde. Es ist ja mittlerweile vergriffen. So werde ich mich hoffentlich noch lange an diesem schönen zeitlosen Buch erfreuen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihre Texte und Gewinner*innen für ihre Erlaubnis der Veröffentlichung auf dieser Seite! Wir wünschen Euch viel Freude mit dem Gewinn!

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