Cover and Design Thinking [14/11/18]

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Ein Einblick in unsere Inspirationen

Der wichtigste Bestandteil eines gedruckten Produktes ist der erste Eindruck, das, was das Auge zuerst siehst – das Cover.
Mittlerweile bestätigt die Mehrheit, dass das Cover eines Buches oder eines Magazins einen großen Anteil an der Kaufentscheidung ausmacht.
Selbst wenn unser Streifband durch Anzeigen finanziert und auf diese Weise für euch kostenfrei ist, muss die erste Umschlagseite überzeugen, damit ihr unsere Ausgabe lest!Weiterlesen »

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Ein Wenig Leben

Lesedauer: ca. 3 Minuten

In der nächsten Woche wird die neue Printausgabe des Streifband erscheinen. Um die Wartezeit bis dahin etwas zu versüßen, gibt es neues aus der Rubrik Pick-A-Book. Diesmal stellt euch Max den Roman »Ein wenig Leben« von Hanya Yanagihara vor. Max ist selbst ein begeisterter Schreiberling – sein aktuelles Buch: »Das Leben in Technicolor« – und an der HTWK Leipzig zur Zeit für den Facebook-Auftritt des Studiengangs Buch- und Medienproduktion zuständig.

 

Viel zu oft kann man auf dem Rücken von Büchern lesen: »Must read!« – »Die Sensation des Jahres!« oder weitere Iterationen desselben Satzes. Zumeist handelt es sich dabei lediglich um leere Worthülsen, die abgedruckt werden, um dem aktuellen Projekt einen Aufwind zu verleihen, bevor es sich auf dem toughen Buchmarkt bewähren muss. Wen finden wir also auf der Rückseite dieses Romans aus dem Jahr 2016? FAZ, die Süddeutsche, ZDF Aspekte, den Stern, die Zeit und noch weitere mehr. Eine beeindruckende Sammlung, die die deutsche Leserschaft sichtlich beeindruckte. Sie schrieben Sachen wie: Ein Kunststück, Meisterhaft, oder auch Erweitert den Raum dessen, was Liebe sein kann.

Warum schreibe ich davon, was andere über den Roman schrieben? Vielleicht weil dies einer der seltenen Fälle ist, in denen die Lobeshymnen aufgrund ihrer professionellen Distanz noch zu wenig des Guten sind.

»Ein wenig Leben« begleitet die Geschichte von vier Freunden aus Collegezeiten. Jeder der vier trägt sein eigenes Paket mit sich herum. Ängste und Sorgen, Hoffnungen für die Zukunft und natürlich auch die Geheimnisse der Vergangenheit, als sie sich alle noch nicht kannten und noch keine Freunde fürs Leben waren. Auf beinahe tausend Seiten wird das Porträt einer Freundschaft gezeichnet, wie ich es bisher noch nicht lesen durfte. Man taucht ein und so schnell nicht wieder daraus hervor. Raum und Zeit sind nur Nebensächlichkeiten, mit denen sich die Autorin nicht beschäftigt – für sie zählen nur ihre vier Charaktere, ihre Ecken und Kanten und was das Leben aus ihnen macht. Ein Beispiel? Im Laufe des Romans vergehen ungefähr 30 Jahre. So lange begleitet man die Figuren auf ihren verschiedenen Wegen. Startete die Geschichte im Jahr 1980? Im Jahr 2016? Darauf gibt es im ganzen Buch keinen einzigen Hinweis, denn es spielt keine Rolle. Was für Yanagihara zählte, sind nur die Charaktere, die ihr New York bewohnen.

Auch wenn es anfangs schwer fällt, sich in dem Wust aus Freunden und Freundesfreunden zurecht zu finden, kann man schon bald nicht mehr loslassen. Man versinkt regelrecht in ihrer Welt, lebt scheinbar kurz selbst in diesem verschneiten New York und behaust die unzumutbare Bruchbude, die Jude und Willem – Die ›geheimen‹ Hauptpersonen der Geschichte – zusammen bewohnen. Anfangs ertappt man sich häufig bei der Frage, warum die Charaktere so handeln, wie sie handeln, doch sobald man einen Blick in ihre Vergangenheit werfen durfte, erklärte sich alles wie von selbst. Es fühlt sich bald nicht mehr an wie ein Roman, sondern wie ein echtes Leben von vier Freunden, das jemand niedergeschrieben hat. Es ist schön – in seinem ursprünglichsten Wortsinn – es ist witzig und es ist traurig – so weit, dass es beim Lesen wehtun kann. Die Faszination die dieses Werk ausmacht, ist schwer in Worte zu fassen. Man muss es gelesen haben, um mitreden zu können. Und wenn man es tut, dann hört es sich an, als würde man von alten Freunden erzählen.

Über den Inhalt hinaus ist das Hardcover gut gelungen. Ein hochwertiger Schutzumschlag mit faszinierendem Cover (das in jedem Buchladen sofort auffällt), eine schlichte Rückenprägung und schönes Vorsatzpapier. Oben drauf kann man das Buch gratis auf seinem Handy weiterlesen, wenn man es einmal nicht mitnehmen möchte.

    

Es ist jetzt ein halbes Jahr her, dass ich Hanya Yanaghiaras »Ein wenig Leben« las und von Zeit zu Zeit denke ich immer noch an die Personen, die diesen Roman bevölkern. Wenn mich jetzt jemand fragt, ob ich ihm ein Buch empfehlen kann, dann muss ich nicht nachdenken.

Hanya Yanagihara, »Ein wenig Leben«, erschienen bei Hanser Berlin im Jahr 2016.

 

Was haltet ihr von dem Buch und dem vergangenen Hype darum?

So klingt die HTWK

Man will es kaum fassen, aber unser Streifbandmagazin ist nicht das einzige studentische Projekt der HTWK. Nein, tatsächlich hat die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig noch viele weitere spannende Projekte für ihre Studenten im Angebot. Der Streifband hat einen Blick hinter den eigenen vertrauten Arbeitsplatz gewagt und die weiteren Projekte der HTWK besucht. Darunter auch das eigenständige Hochschullabel „Campus Records“, das den Studenten ein realistisches Betätigungsfeld für Aus- und Weiterbildung im Medienbereich bietet. Hierbei werden besonders junge Nachwuchskünstler von den Studenten betreut, produziert und möglichst erfolgreich vermarktet.

Letze Woche Montag hat das Team von Campus Records die erste neue Folge seines Podcasts CRiSP (Campus Records introducing Sound and People) veröffentlicht. In der neusten Folge wird die Leipziger Musikerin Ly Le vorgestellt, welche selbst an der HTWK studiert und letzte Woche den Songslam zum Campus Fest 2016 gewann. Natürlich waren wir auch vor Ort und haben den Erfolg des jungen Talents bejubelt. Als Nächstes planen die Studenten von Campus Records Studioaufnahmen von Ly Le.

Genau euer Ding? Das Team von Campus Records freut sich immer über neuen Zuwachs aus den Reihen der HTWK. Also zögert nicht und ergreift eure Chance auf spannende Projekte im Team von Campus Records.

Natürlich hält das Streifbandteam euch immer auf dem Laufenden, sobald eine neue Folge CRiSP veröffentlicht wird oder wenn wir etwas Neues von unserer talentierten Kommilitonin Ly Le hören. 😉

Die Webseite zu Campus Records findet Ihr hier.

Den Link zum CRiSP Podcast findet Ihr hier.

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