Q&A mit Jennifer Jäger

In unserer im Oktober erschienenen 28. Ausgabe des Streifband-Magazins haben wir uns der Thematik Selfpublishing intensiv gewidmet. Passend dazu haben wir vergangenen Sommer mit Jennifer Jäger, die als Volontärin bei einer von Deutschlands bekanntesten Self-Publishing-Plattformen Neobooks arbeitet, über die Welt des Self-Publishings, ihre Arbeit bei Neobooks und ihre eigene schriftstellerische Tätigkeit gesprochen.

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Als Author Relations Managerin bei neobooks kümmerst du dich um die Autoren, die Neobooks nutzen, um ihre Werke zu veröffentlichen. Woraus würdest du sagen, besteht der Hauptteil deiner Arbeit?

Der Hauptteil meiner Arbeit besteht darin, Autoren in persönlichen Gesprächen zu betreuen. Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, ob wir telefonieren, mailen oder auf Facebook miteinander kommunizieren. Ich unterstütze unsere Autoren vor allem in Marketingangelegenheiten. Ein weiterer großer Teil ist die Vermittlung der Autoren an Verlage.

Wie bist du darauf gekommen, für neobooks zu arbeiten?

Nach meinem Abitur habe ich ein halbjähriges Praktikum bei einer anderen Self-Publishing-Plattform absolviert. Während sich mein Studium dem Ende näherte, habe ich an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen, an denen man sich potenziellen Arbeitgebern vorstellen konnte. Am Recruiting Day in München bin ich so über neobooks gestolpert.

Wodurch würdest du sagen, unterscheidet sich neobooks als Dienstleister am meisten von einem „klassischen“ Verlag?

Die Autoren haben bei uns vollkommene Freiheit. Wir schreiben nicht vor, wie Figuren, der Klappentext oder das Cover sein müssen. Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, die Bücher in alle Online-Shops zu bringen und interessante Autoren an Verlage zu vermitteln.

Im Gegensatz zu einem Verlag wirbt neobooks hauptsächlich nicht Leser, sondern Autoren als Kunden an. Welche Herausforderungen und welche Chancen ergeben sich dadurch im Marketingbereich?

Autoren sind eine sehr spezielle Zielgruppe. Das ist einerseits eine Herausforderung, aber andererseits ein unglaublich spannendes Gebiet. Die Bedürfnisse eines Autors sind anders als die eines Lesers. Beispielsweise bieten wir mit unserer Autorenwerkstatt einen umfangreichen Online-Bereich mit kostenlosen Artikeln von Verlagsmitarbeitern und Erfolgsautoren. Das ist eine Marketingmaßnahme, mit der man wohl eher weniger Leser ködern könnte.

Du selbst schreibst Romane und hast beide Wege ausprobiert: Die Veröffentlichung über einen Verlag und das Self-Publishing. Wie sind deine Erfahrungen mit beiden Möglichkeiten?

Beides hat ganz klar Vor- und Nachteile. Self-Publishing ist mit einem höheren finanziellen Risiko und mehr Arbeitsaufwand verbunden. Die Koordination von Korrektor, Cover und Marketingmaßnahmen ist so zeitaufwendig, dass man in der Zeit eigentlich ein neues Buch schreiben könnte. Diesen Aufwand nimmt der Verlag dem Autor ab, dafür dauern die Prozesse in Verlagen viel länger und man ist nicht mehr so flexibel.

In den vergangenen Jahren gab es immer mehr erfolgreiche Self-Publisher – auch solche, die die Veröffentlichung über einen Verlag von vornherein nicht in Betracht ziehen. Was müssten Verlage verändern, um wieder zur ersten Anlaufstelle für Autoren zu werden?

Ich denke, dass Verlage den Autor als Kunden begreifen müssen. Bisher ist die Orientierung in diesem Bereich eher auf Leser und Buchhändler gerichtet – leider. Autoren haben ganz besondere Bedürfnisse, die wir als Dienstleister alle erfüllen möchten. Um erfolgreiche Self-Publisher an einen Verlag zu binden, müssen Verlage begreifen, dass der Autor gewisse Dinge erwartet. Wobei das natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich ist.

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Um mehr über Jennifer Jäger als Autorin, Bloggerin und Youtuberin zu erfahren, besucht doch mal ihre Webseite unter jennifer-jaeger.com. Weitere Informationen zu neobooks findet ihr unter neobooks.com.

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